Sprache:
News

cybersec.lunch#24: Vertrauenswürdige KI - Wie viel Regulierung braucht es wirklich?

10. Juli 2023 Es vergeht kein Tag, an dem es keine neuen Schlagzeilen über künstliche Intelligenz gibt. Insbesondere seit der Präsentation des Chatbots ChatGPT-4 scheinen sich die Meldungen über neue Anwendungsmöglichkeiten zu überschlagen. Zugleich warnen Experten und Expertinnen vor möglichen Herausforderungen wie beispielsweise einem potenziellen Vertrauensverlust in der Kommunikation sowie dem Wegfall von Arbeitsplätzen. Beim 24. cybersec.lunch am 6. Juli 2023 diskutierten die Referenten und Referentinnen über die notwendigen Rahmenbedingungen für Künstliche Intelligenz.

 

Foto der Experten und Expertinnen der Podiumsdiskussion beim cybersec.lunch vom Tagesspiegel und Bundesdruckerei-Gruppe zum Thema Vertrauenswürdige KI

©Tagesspiegel/ Laurin Schmid

Die Experten und Expertinnen des 24. cybersec.lunch diskutierten über vertrauenswürdige KI: v.r.n.l. Moderator Oliver Voß, Benjamin Brake - Leiter der Abteilung Digital- und Datenpolitik im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), Pegah Maham - Projektleiterin Künstliche Intelligenz & Data Science, Stiftung Neue Verantwortung, Jörg Fischer - Fellow im Bereich Innovations bei der Bundesdruckerei GmbH sowie im Hintergrund virtuell dazugeschaltet Sergey Lagodinsky - Abgeordneter des Europäischen Parlaments (MEP) und stellv. Vorsitzender des Rechtsausschusses im Europäischen Parlament.

 

Benjamin Brake, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, betonte die Notwendigkeit einer verpflichtenden Selbstregulierung der Unternehmen, unterstrich jedoch die Zustimmung der Bundesregierung zum derzeitigen Stand des AI-Acts. Auch über Europa hinaus sollten gemeinsame Standards angestrebt werden, die Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen auch hier die Möglichkeit zur Skalierung haben.

Sergey Lagodinsky, Abgeordneter des Europäischen Parlaments und stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses, wies darauf hin, dass die meisten KI-Anwendungen nicht reguliert seien. Die notwendigen Standards müssten transatlantisch entwickelt werden. Unternehmen müssten aktiv unterstützt werden, sonst könne Deutschland mit anderen Kontinenten nicht mithalten.

Pegah Maham, Projektleiterin Künstliche Intelligenz & Data Science bei der Stiftung Neue Verantwortung, stellte insbesondere das große Potenzial von KI in den Bereichen Bildung und Medizin heraus. Entscheidend sei daher eine gute Regulierung. In Zukunft müsse es Flexibilität für Unternehmen geben. Sie betonte, dass KI nicht durch Regulierung behindert werde.

Jörg Fischer, Fellow im Bereich Innovation bei der Bundesdruckerei GmbH, hob die Möglichkeit hervor, Prozesse effizienter zu gestalten. Der AI Act biete die Chance, Sichtbarkeit in Europa zu schaffen. Zudem müsse mehr in die Forschung investiert werden, explizit nicht nur in die KI-Forschung, sondern auch in andere Felder der Digitalisierung.

Über den cybersec.lunch

Der cybersec.lunch ist ein regelmäßiges Format des Tagesspiegels, unterstützt von der Bundesdruckerei-Gruppe. In nur einer Mittagspause kommen zahlreiche Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und besprechen drängende Fragen der Digitalisierung. Das Konzept: zwei bis vier Gastredner stellen zunächst kurz ihre Sicht zum jeweiligen Thema des cybersec.lunch vor und diskutieren dann gemeinsam mit den Teilnehmern.

Mehr zum Thema KI