SM-B-Institutionszertifikate
Ein Praxis- bzw. Institutionsausweis, der ohne Karte aus- und direkt im Gesundheitswesen ankommt: Mit den SM-B-Institutionszertifikaten bestätigen medizinische Einrichtungen ihre Identität in der Telematikinfrastruktur (TI) – und zwar rein virtuell. Die hardwareunabhängige Alternative zur SMC-B-Karte ermöglicht so auch den Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK).
Bei den SM-B-Institutionszertifikaten unterscheidet man zwischen Institutionszertifikaten für einen Basis-Consumer (SM-B) und Institutionszertifikaten für ein TI-Gateway (HSM-B).
Kartenlose Innovation zur Authentisierung in der Telematikinfrastruktur
Die SM-B-Institutionszertifikate (SM-B/HSM-B) sind kartenlose, virtuelle Ausweise für den sicheren, digitalen Zugang zur TI im deutschen Gesundheitswesen. Sie ersetzen die klassische physische Chipkarte (SMC-B) durch reine Software- bzw. Hardware-Sicherheitsmodule.
Die SM-B bzw. die HSM-B der D-Trust GmbH bieten damit die erste hardwareunabhängige Authentifizierungsmöglichkeit, mit der sich Institutionen des Gesundheitswesens in der TI ausweisen können. Sie stellen eine nutzerfreundliche und volldigitale Weiterentwicklung der SMC-B-Karte dar und machen den Identitäts- und Herkunftsnachweis ohne Konnektoren oder Karte unabhängiger und komfortabler. Die SM-B können Organisationen des Gesundheitswesens, wie Krankenversicherungen, Kassenärztliche bzw. Kassenzahnärztliche Vereinigungen, TIM-Hersteller und -Anbieter oder die Kammern, und Organisationen von Kostenträgern, die noch einen Basis-Consumer im Einsatz haben, nutzen.
Die HSM-B können Institutionen nutzen, die bereits bei einem zugelassenen TI-Gateway-Anbieter registriert sind. Eine Übersicht derer finden Sie im Fachportal der gematik. Die SM-B-Identitäten werden dabei im Hardware Security Module (HSM) beim TI-Gateway-Anbieter personalisiert und als HSM-B gespeichert und betrieben. Zu den ersten Nutzenden gehören Organisationen des Gesundheitswesens, Organisationen ärztlicher Leistungserbringereinrichtungen, Organisationen von Kostenträgern, Digitale Gesundheitsanwendungen, EU-Versandapotheken sowie Einrichtungen weiterer Gesundheitsfachberufe. Weitere Berufsgruppen sind bereits in Planung.
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Hardwareunabhängig – reines Zertifikatsprodukt ohne zusätzliche Hardware online nutzbar
- Anwendungsfreundlich – einfacher und sicherer, virtueller Zugang zur Telematikinfrastruktur
- Zukunftssicher – die Institutionszertifikate sind bereit für die TI 2.0
- Sofort einsatzbereit – schneller Antragsprozess über unser E-Health-Antragsportal für einen reibungslosen Umstieg
Ohne Karte identifizieren. Mit vielen Vorteilen.
Grundlage für die SM-B-Institutionszertifikate ist ein abgesicherter Zugriff auf die TI mittels einer VPN-Verbindung. Dadurch können die Beschäftigten des Gesundheitswesens ihre Institution in der TI authentisieren. Außerdem können Sie damit im Namen der jeweiligen Einrichtung Dokumente und Daten elektronisch signieren. Jene elektronische Signatur dient als Institutionsstempel und damit als Herkunftsnachweis.
Sichere Verschlüsselung über KIM und eGK-Zugriff
Nachrichten, die über den Standard Kommunikation im Medizinwesen (KIM) ausgetauscht werden, lassen sich mit den SM-B-Institutionszertifikaten verschlüsseln und entschlüsseln. Ebenso ermöglicht die neue Zertifikate-Lösung den lesenden Zugriff auf die Daten der elektronischen Gesundheitskarte.
Der Weg zu den SM-B-Institutionszertifikaten
Die folgenden Schritte müssen Sie beachten, wenn Sie in Zukunft die virtuellen SM-B-Institutionszertifikate in Ihrer Institution anwenden wollen:
- Bestellen Sie die SM-B/HSM-B über das E-Health-Antragsportal der D-Trust GmbH. Dabei legen Sie eine Institutionsvertreterin bzw. einen Institutionsvertreter sowie einen von der gematik GmbH zugelassenen Schlüsselverwalter bzw. Consumer für die SM-B oder TI-GW-Anbieter für die HSM-B fest.
- Die bestätigenden Seiten für die SM-B bzw. HSM-B, wie z. B. gematik oder das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR), müssen den Auftrag freigeben.
- Im E-Health-Antragsportal der D-Trust GmbH können Sie Ihre Institutionszertifikate nach Erhalt freischalten. Für die HSM-B ist zusätzlich eine einmalige Aktivierung Ihrer Institutionszertifikate beim TI-GW-Anbieter notwendig, siehe oben.
Downloads
Preis- und Produktinformation SM-B-Institutionszertifikate
Preis- und Produktinformation SM-B-Institutionszertifikate Herunterladen (PDF)
Produktblatt Institutionszertifikate (SM-B)
Produktblatt Institutionszertifikate (SM-B) Herunterladen (PDF)
Anleitung zur Beantragung von Institutionszertifikaten (SM-B)
Anleitung zur Beantragung von Institutionszertifikaten (SM-B) Herunterladen (PDF)
Häufig gestellte Fragen
Ein TI-Gateway-Anbieter stellt einen zentralen von der gematik zugelassenen Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) des deutschen Gesundheitswesens bereit. Das TI-Gateway ersetzt damit den klassischen Hardware-Konnektor (HSK). Statt über einen physischen Konnektor vor Ort in der Praxis verbindet sich die Einrichtung über eine gesicherte Verbindung mit dem Rechenzentrum des Anbieters. Als Vertrauensdienstleister stellt D-Trust die für den Betrieb und die Authentifizierung an einem TI-Gateway benötigten Identitäten bereit, wie zum Beispiel kartenlose Institutionszertifikate.
Zur Aktivierung einer HSM-B (Hardware-Sicherheitsmodul-basierte SMC-B) benötigen Sie Ihren Aktivierungscode, welchen Sie per Post erhalten haben. Dieser 6-stellige Code ist im Rahmen der Einrichtung beim jeweiligen Anbieter zu verwenden.
D-Trust produziert die SM-B-Institutionszertifikate und schickt sie dem TI-Gateway-Anbieter bzw. Schlüsselverwalter zu. Dieser hinterlegt die Institutionszertifikate in deren Hardware Security Modul (HSM). Der Antragsteller oder seine Stellvertretung schaltet daraufhin die Zertifikate im Antragsportal bei der D-Trust frei. Ein separater PIN-/PUK-Brief wird dafür nicht verschickt.
Nach der Ausstellung muss das Institutionszertifikat zunächst im Antragsportal freigeschaltet werden. Nutzen Sie hierfür die Anmeldedaten aus den Anmeldeinformationen sowie das Servicepasswort aus dem Antragsdokument, welches bei der Antragsstellung zu Verfügung gestellt wurde. Bei einer HSM-B ist anschließend die Aktivierung beim ausgewählten TI-Gateway-Anbieter für die Inbetriebnahme notwendig. Die Aktivierung erfolgt über das jeweilige Portal des Anbieters. Erst nach dieser Aktivierung durch einen 6-stelligen Code kann das Zertifikat für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur genutzt werden.
Für den Erhalt der SM-B stellen Sie bitte einen Verlängerungsantrag beim eGBR. Diesen Antrag finden Sie hier: Verlängerungsantrag Institutionsidentität (SMC-B/SM-B). Nur mit dem Verlängerungsantrag kann sichergestellt werden, dass die SM-B, die Sie erhalten, die gleiche Telematik-ID wie Ihre bisherige SMC-B hat. So kann eine nahtlose Weiternutzung der Telematikinfrastruktur (KIM etc.) in Ihrer Institution sichergestellt werden. Sollte Ihr vorhandener SMC-B-Antrag beim eGBR noch keine 12 Monate alt sein und sich die angegebenen Daten nicht geändert haben, können Sie formlos, z.B. per E-Mail anegbr@bezreg-muenster.nrw.de eine neue Vorgangsnummer für den Erhalt der SM-B anfordern.
Die Beantragung der SM-B-Institutionszertifikate erfolgt über das eHealth-Antragsportal der D-Trust GmbH. Dabei wird zwischen der SM-B für einen Basis-Consumer (SM-B) und der SM-B für einen TI-Gateway (HSM-B) unterschieden.
SM-B für Basis-Consumer (SM-B): Bei der Zertifikate-Beantragung über das eHealth-Antragsportal von D-Trust wird ein von der gematik zugelassener Schlüsselverwalter bzw. Consumer ausgewählt. Dieser erhält eine E-Mail und wird aufgefordert, D-Trust die sogenannten Certificate SigningRequests (CSRs) zu übermitteln. D-Trust prüft die CSRs, anschließend gibt der zuständige Herausgeber, beispielsweise die gematik GmbH, den Antrag frei. Danach werden die SM-B-Institutionszertifikate ausgestellt und an den Schlüsselverwalter übermittelt. Dieser fügt die Zertifikate dem Hardware Security Module (HSM) hinzu. Die Freischaltung der Zertifikate erfolgt anschließend durch den Antragsteller oder seine Stellvertretung im eHealth-Antragsportal.
SM-B für TI-Gateway (HSM-B): Für die HSM-B muss die Institution vor Antragsstellung bereits bei einem zugelassenen TI-Gateway-Anbieter registriert sein. Ein TI-Gateway-Anbieter stellt den technischen Zugang zur Telematikinfrastruktur bereit und betreibt das für die HSM-B erforderliche Hardware Security Module (HSM). Im eHealth-Antragsportal muss bei der Bestellung der bereits ausgewählte bzw. beauftragte TI-Gateway-Anbieter angegeben werden.
Nach der Bestellung wird der Antrag durch den zuständigen Herausgeber freigegeben. Die weitere Abwicklung erfolgt zwischen D-Trust und dem ausgewählten TI-Gateway-Anbieter. Nach Erhalt der HSM-B-Institutionszertifikate müssen diese im eHealth-Antragsportal von D-Trustdurch den Antragsteller freigeschaltet werden. Zusätzlich ist eine einmalige Aktivierung der Zertifikate beim ausgewählten TI-Gateway-Anbieter erforderlich.
Die Zertifikate-Beantragung läuft über das E-Health-Antragsportal der D-Trust GmbH. Hier wählen Sie einen Schlüsselverwalter (SV) aus, auch Consumer genannt. Dieser ist ein von der gematik zugelassener Anbieter, der über ein hochsicheres Hardware Security Modul (HSM) die kryptografischen Schlüssel der SM-B-Institutionszertifikate schützt – vor Verlust, Beschädigung und unberechtigten Zugriffen. Letzten Endes gewährleistet der Schlüsselverwalter, dass Sie die relevanten TI-Dienste nutzen können.
Die SM-B-Institutionszertifikate haben dieselbe Gültigkeitsdauer wie die SMC-B-Institutionszertifikate. Nutzerinnen und Nutzer können die Laufzeit von SM-B-Institutionszertifikaten im E-Health-Antragsportal von D-Trust überprüfen. Für die Überprüfung ist eine Anmeldung per Vorgangsnummer und unter Umständen bereits vergebenem Passwort unter https://ehealth.d-trust.net/antragsportal/ notwendig.
Die Gültigkeit lässt sich zudem direkt in den Zertifikaten einsehen. Hierzu können Sie den zuständigen Schlüsselverwalter (SV) kontaktieren.
Sie haben Fragen zum SM-B-Institutionszertifikat?
Unser Support-Team hilft Ihnen gern weiter. Kontaktieren Sie uns.
+49 (0)30 2598-4050
ehealth-support@bdr.de